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 Kälber in Gruppenhaltung

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muh
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BeitragThema: Kälber in Gruppenhaltung   Sa Dez 05, 2009 5:57 pm

Fast überall auf Milchviehbetrieben besaugen sich die Kälber gegenseitig.
Doch das sollte nicht gegen die Gruppenhaltung sprechen, denn eigentlich ist die Art wie die Gruppenhaltung durchgeführt wird das entscheidende und nicht die Haltungsform an sich.

Deshalb zuerst:
Vorteile der Gruppenhaltung von Kälbern

-soziale Kontakte unter den Tieren
(Was haben dagegen Einzeln gehaltene Tiere: Kein Gegenseitiges ablecken, kein nebeneinander schlafen, kein zusammen über die Weide laufen, sie lernen kein Herdenverhalten....)
-Konditionsförderung
-zusammen mehr Bewegung
-entspricht den verhaltensbedingten (und auch physiologischen) Anforderungen der Tiere

Als Nachteil wird oft das erhöhte Krankheitsrisiko genannt, da die Tiere direkten Kontakt haben. Doch auch dagegen lässt sich was unternehmen. Zum einen durch regelmäßige Desinfektion des Stalles und die Keimdruckverringerung durch eine kleinere Käbergruppe von ca. 10 Tieren. Ungefähr diese Gruppengröße von 10-12 haben wir jedes Jahr einmal und weitere Vorteile sind, dass die Altersunterschiede gering sind und weniger soziale Beziehungen zwischen den Tieren aufzubauen sind, so kommt es auch nicht zu Kämpfen um Futterplätze und co. als bei einer größeren Gruppe von 40 + Tieren.

Das Problem vom gegenseitigen Saugen

Täglich bis zu einer Stunde saugen-so wäre es bei natürlichen Bedingungen der Kälber, denn wie alle Säugetiere ist es ihr angeborenes Verhalten und von der Natur geplant bekommen sie aus dem Euter ihrer Mutter schließlich Milch.
An der Euteranlage der Gruppenmitglieder zu saugen ist aber schlecht für „die Betroffenen“.
Wird ein Kalb von der Kuh aufgezogen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es später andere Kälber besaugt sehr gering. Bei Kälber von Milchkühen, die mutterlos aufwachsen müssen, jedoch sehr häufig. Vor allem während der Fütterungszeit aber auch zu anderen Zeiten. Heißt also, die künstliche Aufzucht wird der Grund sein!
Entscheident für das Saugen sind die Bedingungen in den ersten Monaten der Aufzucht.

Was kann man gegen das Besaugen tun?

Man sollte die Kälber in ihrem Bedürfnis zu saugen befriedigen, sie sollten aber davon abgehalten werden, dass auf die Euteranlage ihrer Gruppenmitglieder zu orientieren.
Wichtig ist also das Kälber ihre Milch im Saugen bekommen während sie die Saugen-typische Körperhaltung haben. An den Wänden können auch „Saug-Attrappen“ angebracht werden, um das unabhängig von der Milchaufnahme auftretende Saugen zu ermöglichen, ohne das unter den Tieren gegenseitig besaugt wird.
Außerdem sollten die Kälber Möglichkeiten zur Beschäftigung haben, dass durch viel Platz, Weidegang und co. gewährt wird. Gutes Heu & Kraftfutter können bereit stehen, sowie geringe Milchmengen am Tag, damit die Entwicklung des Pansens gefördert wird.

Auch das Absetzten der Milch spielt eine Rolle und sollte dann geschehen, wenn das Tier seine Nährstoffe alleine durch festes Futter zu sich zu nehmen und bereit für die Milch-entwöhnung ist.


Diese Maßnahmen sind nicht nur dazu da, dass gegenseitige Besaugen zu reduzieren, sondern auch und vor allem für die Tiere. Wenn Milchviehkälber schon ohne die Mutter aufwachsen müssen, sollten sie dann nicht wenigstens gleichatrige Artgenossen haben statt alleine in einer dunklen Box ihr Dasein abzusitzen?
Und als Herdentier braucht man nunmal „Weide-Kollegen“. Sie entwickeln auch echte Freundschaften-es gibt immer ein paar, die immer zusammen sein wollen und eigentlich alles zusammen machen.


Die Gruppehaltung klappt bei uns recht gut, die Tiere kommen nach ein paar Tagen zusammen in einen Laufstall, haben sie sich daran gewöhnt, öffnet sich kurze Zeit später dann auch die Tür zu ihrer Weide. Im Sommer sind sie dann eigentlich nachts und tagsüber draußen und kommen nur noch zum Milchfressen rein. Abends findet immer der berühmte „Alle einmal über die Weide wettrennen“ Das ist einfach so süß anzusehen wie die Kleinen hinterher rasen. : love :
Und im Winter verkriechen sich Faulenzer wie Amy und Maya fast nur im Stall und schreien nach Futter die Stubenhocker. Laughing
Wenn sie später zu der Herde mit ihren Müttern und co kommen, haben sie bereits das Herdenverhalten gelernt und da gibt es dann auch keine Probleme mehr.
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